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Lückenbüßer

Hier fehlt doch was! 

 

Da war mal eine Holzplatte. Da sind wir uns bestimmt alle sehr sicher.

Bestimmt gibt es dazu jede Menge Beweisfotos.

 

Ach, die so heiß geliebte Holzplatte. Praktisch weil sie doch das Loch verdeckte, geduldig diverse Greifarme zum Fahrzeuge einsetzen trug und nie jammerte, wenn sie einmal beschmutzt wurde.

 

Nu ist sie weg!

 

Aber können wir ihr es verdenken? Viele Jahre hat sie in einem kleinen. unscheinbaren Winkel unserer Bahn ein ödes Dasein gehabt. Wenig beachtet. Als Lückenbüßer halt. Und irgendwann wurde es ihr halt zu viel.

 

Vorwurfsvoll stach sie in meine Augen, nicht ganz zu Unrecht. Und sie sprach förmlich zu mir:

"Hey, suchst Du nicht eine neue Herausforderung? Hast Du nicht selbst immer gesagt das Du mal Lust hättest etwas an der Wand zu verändern! Tu es, ich warte schon sooooo lange darauf"

 

Und so nahm das Unheil seinen Lauf. Fragt sich nur für wen. Für das Brett, oder für mich. Also flugs noch mal gegoggelt ... da war doch was mit Landschaften für Modellbau ... mhhh ... da war doch ...

... ja genau. Irgendwas mit Servietten oder Küchentüchern ... gar nicht so schwer angeblich!


Nun bin ich ja nicht gerade ein bekannter Landschaftsbauer. Auch die Miniaturwelten in Hamburg haben noch nicht nach meinen Diensten verlangt. Ist wohl auch besser so. Außerdem kennen die mich nicht. Garantiert. Aber egal.
Wenn der Ehrgeiz erst mal geweckt und eine Idee geboren ist dann gibt es nichts mehr auf dieser Welt, das einen Slot-Kojoten aufhalten könnte.

 

Ich hatte so ein Bild im Kopf von etwas hügeligem. Zudem hatte ich noch Styropor und 250 weiße Servietten. Und meinen eisernen Willen. Alles in allem schon ein sehr guter Grundstock. 
Ein Plan war schnell gefasst, irgendwann hatte ich auch schon mal die Maße aufgeschrieben ... die waren aber selbstverständlich nirgends mehr zu finden. 
Folglich war es notwendig einmal in den Club zu fahren und zu vermessen. Zollstock und Maßband geschnappt und auf und davon zum Ortstermin. Dort wollte ich dann vermessen und ein paar Bilder machen.
Zurück bin ich dann ohne ein einziges Bild und ohne ein Maß.
Statt dessen habe ich gleich den kompletten Lückenbüßer (also das Brett) aus der Bahn herausgehebelt, im Auto verstaut und schließlich in unserem Kellergang zu Hause platziert.

Aber noch hatte ich nicht alles Erforderliche zusammen. Nix wie hin zu den geliebten Fachgeschäften (ne, ne, ich nenne keine Namen!) und eingekauft.

 

Und siehe da: Jetzt ist alles da, was so erforderlich ist. Na ja, wenigstens das wichtigste für den Anfang.

 

Gaaaanz wichtig wie man im Bild sieht: Servietten, Farben und vor allem eine große Flasche Bastelleim.


3 Tüten mit Gräsern und "Straßenbelag" für Modellbau lagen noch herum, also konnte es losgehen. Und danach ging es erstaunlich schnell voran.

 

Styroporverpackung grob in Form zweier "Berge" brechen und schnitzen, Schüssel Leim mit Wasser verrühren (sollte nicht zu dick sein) und dann fleißig Serviette für Serviette knittern, mit etwas Wasser anfeuchten, mit dem Pinsel das "Leimwasser" auf den "Berg" patschen, Serviette drauflegen und mit Pinsel andrücken und mit Leim tränken. Schicht für Schicht. Bis alles mit klebrigen und zerknautschen Servietten bedeckt ist. Da die erste Schicht natürlich noch nicht allzu viel hergibt: Trocknen lassen und das ganze wiederholen, bis man genügend Schichten hat und mit dem Ergebnis zufrieden ist. 


Dann kommt der absolute Hammer: Herumschmieren mit Farben! 
Schwarze und etwas  weiße Wasserfarbe in kleiner Schale ordentlich mit Wasser mischen und dann mit dem Pinsel immer rauf auf die Servietten (vorher etwas angefeuchtet). Immer und immer wieder, ab und zu etwas dickere Farbe (vom Boden der Schale, setzt sich ab) strich- oder klecksweise auftragen ... und zwischen durch einmal mit anderen Farbtönen (z.B. braun und ocker) das ganze mit Nuancen versehen.

 

Das Ergebnis ist faszinierend. Das habe ich tatsächlich das erste Mal gemacht, niemals zuvor. Und doch entsteht tatsächlich vor meinen Augen so etwas wie Fels. Wie von selbst! Was meine "künstlerische Ader" nicht hin bekommt bildet sich von selbst, da die Farbe sich je nach Struktur, Feuchte, Knitterung und wer weiß was noch ihre eigenen Wege sucht. Das müsst ihr mal probieren. Macht echt Spaß!.

 

So sieht das ganze dann im "Rohbau aus". Faszinierend.

Das ganze "klebt" übrigens bereits auf dem Lückenbüßer.

 

Danach kommt noch ein wenig am Bergsockel herum modellieren, Gras drauf, ein paar Leitern, Tisch, Brücke, Sitze, Grillrost mit dem 3D-Drucker drucken. Ein wenig airbrushen. Gras, Fahrbahn, Sand und Wege aufbringen. Das ganze positionieren, montieren. Ein paar Applikationen mit Farbe versehen.

 

Das ganze dann mal eben ins das Auto, ab in den Club damit und wieder in die Lücke.

Paar Figuren und ein Reisemobil drauf, etwas ausrichten und fertig.

 

War doch ganz einfach! 

 

Nur Mut. Mit ein wenig Geschick und Fantasie kann das jeder, man braucht halt ein paar Tage und etwas Geduld.

Und sooo teuer ist das tatsächlich nicht.
Die größten Investitionen waren Leim (8 €), Servietten (3,98 €) und ein paar Figuren 1:32 (9,90 €). Ach ja, ein paar Euronen für Gras und und Wege aus der Tüte.
Der Rest gehörte zumindest bei mir in die Kategorie "ist eh da" oder "na endlich weg damit".

 

Und so wurde unser Lückenbüßer zu einer kleinen Landschaft, die nun unsere Bahn ziert. War doch gar nicht schwer oder? 

 

 

ok, zum Schluss noch ein paar Bilder von der Entstehung bis zum fertigen "Produkt" an der Bahn. Viel Spaß

 

Euer Dete

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Martin (Freitag, 06 September 2019 05:48)

    Toll, ich freue mich auf die Rennen im Schatten von Mount Kojote.